Du nutzt JOIN oder überlegst, es einzusetzen, und suchst gerade nach einer JOIN Alternative? Dann lohnt sich zuerst ein genauer Blick darauf, welche Aufgabe du eigentlich lösen willst. JOIN beschreibt sich selbst als ATS für KMU-Recruiting in Europa, mit Multiposting auf Jobbörsen, Bewerbermanagement und Talent-Pool. Als Personalberater, Headhunter oder Personaldienstleister hast du aber zwei Baustellen: die Kandidatenseite (Stellen besetzen) und die Kundenseite (Mandate gewinnen). Dieser Artikel ordnet ein, was JOIN laut eigener Website abdeckt (Stand 09/2026), wo der Schwerpunkt des Tools liegt und wann ein zusätzliches Werkzeug für die Mandatsakquise sinnvoll ist.
Was ist JOIN?
JOIN ist eine Recruiting-Software der JOIN Solutions AG mit Sitz in Pfäffikon SZ (Schweiz) und Niederlassungen unter anderem in Berlin und Barcelona, laut Impressum (Stand 09/2026). Auf der Startseite positioniert sich JOIN als ATS für KMU-Recruiting in Europa, ausgerichtet auf Unternehmen, die in DACH, Frankreich und Spanien einstellen.
Die Kernidee laut Funktionsseite (Stand 09/2026): Du erstellst eine Stellenanzeige und veröffentlichst sie gleichzeitig auf 10+ organischen und 250+ kostenpflichtigen Jobbörsen. Dazu kommen Bewerbermanagement mit Hiring-Pipeline, Karriereseiten-Builder, KI-Stellenanzeigen-Generator, Screening, Talent-Pool, eine Sourcing-Extension für LinkedIn-Profile, Kandidatenkommunikation und Automatisierungen.
Zum Preismodell laut Preisseite (Stand 09/2026):
- Standard: 17 Euro pro Job und Monat bei jährlicher Abrechnung
- Advanced: 34 Euro pro Job und Monat bei jährlicher Abrechnung, zusätzlich unter anderem individuelle Screening-Fragen, API-Zugang, Zapier und Make sowie Kandidaten-Export
- Enterprise: individuell kalkulierter Jahresvertrag, Mengenrabatte ab 15 offenen Jobs
- Probezeitraum: 14 Tage kostenlos auf dem Advanced-Tarif, bis zu 5 aktive Jobs, keine Kreditkarte
- Paid-Multiposting auf 250+ Börsen ist in allen Tarifen ein Add-on, Preis auf Anfrage
Alle Preise verstehen sich laut Anbieter zzgl. MwSt., Standard und Advanced sind auch monatlich buchbar. Falls du JOIN als Gratis-Tool im Kopf hast: Maßgeblich ist die aktuelle Preisseite.
Einen Überblick über weitere Kategorien von Recruiting-Tools findest du in unserem Recruiting-Software-Vergleich.
Was JOIN laut Anbieter abdeckt
Bevor es um die Frage geht, was Personalberater zusätzlich brauchen, lohnt sich der Blick auf den Funktionsumfang. Alle Angaben stammen von den Herstellerseiten, Stand 09/2026.
Multiposting auf viele Jobbörsen. Eine Stelle, einmal erstellt, geht laut Funktionsseite gleichzeitig auf organische und kostenpflichtige Jobbörsen. Organisches Multiposting ist laut Preisseite in allen Tarifen enthalten. Wer schon mal dieselbe Stelle manuell auf mehreren Portalen eingestellt hat, weiß, wie viel Zeit das frisst. Multiposting bündelt diesen Schritt.
Karriereseite ohne Code. Laut Funktionsseite erstellst und hostest du Karriereseiten auf deiner eigenen Domain, ohne Code. Für Unternehmen ohne eigene Karriereseite ist das ein schneller Weg, offene Stellen sichtbar zu machen.
KI-Stellenanzeigen und Screening. JOIN bietet laut Anbieter einen KI-Stellenanzeigen-Generator, auf der Startseite ist von KI-Anzeigen in sechs Sprachen die Rede. Beim Screening werden Bewerber laut Funktionsseite über Ausschlussfragen gefiltert, bevor dein Team sie bewertet.
Talent-Pool und Sourcing-Extension. Im Talent-Pool speicherst du laut Funktionsseite passive Kandidaten und reaktivierst sie bei der nächsten Stelle. Laut Hilfeartikel zum Talent-Pool kannst du einen Kandidaten mehreren Stellen zuordnen, jede Zuordnung erzeugt eine eigene Bewerbung. Die Sourcing-Extension für Chrome, Edge und Brave speichert LinkedIn-Profile mit einem Klick in die Pipeline einer Stelle oder in den Talent-Pool.
Kandidatenkommunikation und Automatisierungen. Du sendest laut Funktionsseite E-Mails an Kandidaten direkt aus der Plattform und siehst die Kommunikationshistorie. Automatische Aktionen, etwa eine Follow-up-Mail beim Phasenwechsel, lassen sich einrichten. Über Zapier und Make bindet JOIN weitere Tools an.
Unbegrenzte Benutzerplätze. Laut Preisseite sind Benutzerplätze in allen Tarifen unbegrenzt, in Standard und Advanced sind bis zu 15 aktive Jobs möglich.
Zwischenfazit: Für Teams, die eigene Stellen besetzen, deckt JOIN laut Anbieter den Weg von der Stellenanzeige über Screening bis zum Interview ab. Die Frage für dich als Personalberater lautet: Ist die Kandidatenseite dein Engpass, oder ist es die Frage, woher die Mandate kommen?
Wo JOIN seinen Schwerpunkt setzt und was Personalberater zusätzlich brauchen
Als Personalberater, Headhunter oder Personaldienstleister besetzt du nicht deine eigenen Stellen, sondern die deiner Auftraggeber. Daraus ergeben sich fünf Anforderungen. Zu jeder steht hier, wie JOIN sie laut eigener Beschreibung einordnet.
1. Kunden- und Mandatsverwaltung. Du arbeitest für mehrere Auftraggeber parallel. Wer 5 bis 15 aktive Mandate betreut, braucht eine Kunden-Pipeline, eine Mandatshistorie und einen klaren Status pro Auftrag. JOIN ordnet sich dazu selbst ein: Auf der Use-Case-Seite für High-Volume-Hiring (Stand 09/2026) beschreibt der Anbieter JOIN als ATS und nicht als vollständiges Front-Office-Recruitment-CRM. Wer Kundenabrechnung und Deal-Management braucht, soll JOIN laut Anbieter mit einem CRM kombinieren. Worauf es dabei ankommt, steht in unserem Artikel zum CRM für Personaldienstleister.
2. Kandidaten aktiv finden. Headhunter warten nicht nur auf Bewerbungen, sie suchen Kandidaten gezielt auf LinkedIn, XING, in Fachforen und über ihr Netzwerk. JOIN bietet dafür laut Anbieter die Sourcing-Extension, mit der du LinkedIn-Profile in eine Pipeline oder den Talent-Pool übernimmst. Ob das für deine Suchstrategie reicht, hängt davon ab, wie du suchst. Einen Überblick gibt der Artikel zu Active-Sourcing-Methoden.
3. Ansprache und Follow-ups. Als Personalberater sprichst du in zwei Richtungen an: Kandidaten für deine Mandate und Entscheider in Unternehmen, die du als Kunden gewinnen willst. Der Schwerpunkt von JOIN liegt laut Funktionsseite auf der Kommunikation mit Kandidaten im Bewerbungsprozess, inklusive automatischer Follow-up-Mails bei Phasenwechseln. Für die Ansprache von Entscheidern in der Mandatsakquise brauchst du einen eigenen Prozess mit eigenen Sequenzen.
4. Kandidaten über mehrere Mandate hinweg. Du sourcst einen Kandidaten für Mandat A, und er passt besser zu Mandat B. Laut Hilfeartikel kannst du Kandidaten aus dem Talent-Pool mehreren Stellen zuordnen. Prüfe im Probezeitraum, ob dir das als mandatsübergreifender Kandidatenpool genügt, gerade wenn Stellen verschiedener Auftraggeber im selben Account liegen.
5. Neukundengewinnung. Als Personalberater musst du das Unternehmen mit der offenen Stelle zuerst als Kunden gewinnen. JOIN beschreibt die Nutzung durch Agenturen ausdrücklich für die Kandidatenseite ihrer Arbeit. Lead-Generierung, Hiring-Signale lesen, Entscheider finden, Erstansprache und Follow-up sind eine eigene Disziplin, für die du einen eigenen Prozess oder ein eigenes Werkzeug brauchst.
Zusammengefasst: JOIN setzt laut eigener Beschreibung auf der Kandidatenseite an. Bei vielen Personalberatern liegt der Engpass aber auf der Kundenseite: zu wenig Mandate, zu wenig qualifizierte Kontakte, zu viel manuelle Arbeit in der Akquise. Dafür brauchst du eine andere Kategorie von Werkzeug.
Wie du als Personalberater systematisch an neue Kunden kommst, beschreibt dieser Artikel: Neukundengewinnung als Personalberater. Welche Software für Personaldienstleister welche Aufgaben abdeckt, haben wir separat aufbereitet.
Was Personalberater für die Mandatsakquise brauchen
Wenn die Kandidatenseite läuft, dein eigentlicher Engpass aber die Pipeline an Mandaten ist, brauchst du drei Dinge.
1. Eine Mandatsakquise-Pipeline. Nicht warten, bis Aufträge kommen, sondern aktiv Unternehmen identifizieren, die gerade einstellen, und sie systematisch kontaktieren. Das heißt: Hiring-Signale lesen (offene Stellen, Wachstum), die richtigen Ansprechpartner finden, personalisierte Erstansprache vorbereiten, Follow-ups planen. Datengetriebene Akquise mit messbarer Conversion statt Zufall. Ob und in welcher Form du Unternehmen per E-Mail oder LinkedIn erstmals ansprechen darfst, hängt vom Einzelfall ab, lass das anwaltlich prüfen. Mehr zum Vorgehen findest du im Artikel zur Mandatsakquise in der Personalberatung.
2. Eine Sourcing-Routine für Kandidaten. Kandidaten dort finden, wo sie sind, und gezielt ansprechen. Nicht nur eine Stellenanzeige veröffentlichen, sondern suchen, filtern, kontaktieren und qualifizieren. Ob du das mit einer ATS-Erweiterung, einem spezialisierten Sourcing-Werkzeug oder einem eigenen Prozess löst, hängt von Volumen und Nische ab.
3. Ein zusammenhängendes System. Kunden und Mandate im CRM, Akquise und Sourcing mit nachvollziehbaren Kennzahlen, alles verbunden. Keine manuelle Datenpflege zwischen Excel, LinkedIn und E-Mail. Ein System, das dein Recruiting-Geschäft abbildet und nicht nur einzelne Stellen.
Für wachsende Personalberatungen liegt der Hebel deshalb meist nicht im Veröffentlichen von Stellen, sondern in einer Infrastruktur für planbare Mandatsakquise. Wie du diese Schritt für Schritt aufbaust, zeigt dieser Artikel: Recruiting-Pipeline aufbauen.
recruitpilot und JOIN: zwei Werkzeuge, zwei Phasen
Vorweg: JOIN und recruitpilot setzen an unterschiedlichen Stellen deines Geschäfts an. JOIN laut Anbieter auf der Kandidatenseite, recruitpilot auf der Kundenseite. Die folgende Übersicht stellt beide neutral nebeneinander.
| Anbieter | Schwerpunkt laut Anbieter | Zielgruppe | Preismodell (Quelle, Stand) |
|---|---|---|---|
| JOIN | ATS mit Multiposting (10+ organische, 250+ kostenpflichtige Jobbörsen), Karriereseite, Talent-Pool, Sourcing-Extension, Kandidatenkommunikation | KMU-Recruiting-Teams in DACH, Frankreich und Spanien; laut Use-Case-Seite auch Agenturen für die Kandidatenseite | Pro aktivem Job: Standard 17 Euro, Advanced 34 Euro pro Job und Monat bei jährlicher Abrechnung, zzgl. MwSt.; Enterprise individuell (Preisseite, Stand 09/2026) |
| recruitpilot | Mandatsakquise: Unternehmen mit Hiring-Signalen finden, Entscheiderkontakte anreichern, personalisierte Nachrichten über LinkedIn und E-Mail vorbereiten, Versand erst nach deiner Freigabe | Personalberater, Headhunter, Personaldienstleister | Starter 390 Euro, Growth 690 Euro, Scale 1.490 Euro pro Monat (netto), 3 Monate Mindestlaufzeit, danach monatlich kündbar (recruitpilot, Stand 10/2026) |
So arbeitet recruitpilot im Detail: Der Sales Pilot findet Unternehmen mit Hiring-Signalen wie offenen Stellen oder Wachstum, reichert die Kontakte der Entscheider an und bereitet personalisierte Nachrichten über LinkedIn und E-Mail vor. Du gibst jeden Lead und jede Nachricht vor dem Versand frei, die Akquise läuft also automatisiert, mit deiner Freigabe.
Wer beides braucht, kann beides nutzen. JOIN für die Kandidatenseite, falls du für deine Mandanten Stellenanzeigen auf Jobbörsen schalten und Bewerbungen verwalten willst. recruitpilot für die Frage davor: den Kunden finden, die richtigen Entscheider identifizieren, die Erstansprache vorbereiten.
Die Werkzeuge schließen sich nicht gegenseitig aus. Einen tieferen Blick auf die Anforderungen an Recruiting-Tools findest du hier: Was ein Recruiting-Tool 2026 können muss. Einen breiteren Vergleich verschiedener Systeme bietet unsere Bewerbermanagement-Software im Vergleich.
Für wen JOIN passt und wann du ein Akquise-Werkzeug brauchst
JOIN hat seinen Platz, und der lässt sich anhand der Herstellerangaben gut eingrenzen.
JOIN passt laut Anbieter zu:
- KMU-Recruiting-Teams, die in DACH, Frankreich und Spanien einstellen (Startseite)
- Teams, die eine Stelle gleichzeitig auf vielen Jobbörsen veröffentlichen wollen (Funktionsseite)
- Agenturen, die für die Kandidatenseite ihrer Mandate ein ATS mit Multiposting und Pipeline pro Stelle suchen (Use-Case-Seite)
Ein zusätzliches Werkzeug für die Mandatsakquise lohnt sich, wenn:
- du mehr Mandate brauchst, als über Empfehlungen und Bestandskunden hereinkommen
- du Unternehmen mit offenen Stellen systematisch identifizieren und ansprechen willst
- deine Akquise heute komplett an deiner eigenen Zeit hängt
- du Nachrichten über LinkedIn und E-Mail vorbereiten lassen, aber vor dem Versand selbst freigeben willst
Die Trennlinie: Geht es um die Kandidatenseite, also Stellen veröffentlichen und Bewerbungen managen, ist JOIN einen Blick wert. Geht es darum, woher dein nächstes Mandat kommt, brauchst du ein Werkzeug für die Kundenseite. Beides kann nebeneinander laufen.
Mandatsakquise
Woher kommt dein nächstes Mandat?
recruitpilot findet Unternehmen mit Hiring-Signalen, reichert Entscheiderkontakte an und bereitet die Ansprache über LinkedIn und E-Mail vor. Automatisiert, mit deiner Freigabe vor jedem Versand.
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